Was ist eine Vasektomie?

Vasektomie

Die Vasektomie, auch als Sterilisation des Mannes bekannt, ist eine der sichersten und effektivsten Methoden zur dauerhaften Empfängnisverhütung. Der Eingriff ist minimal-invasiv, wird in der Regel ambulant durchgeführt und hat keinen Einfluss auf die Hormonproduktion, Libido oder das Lustempfinden des Mannes. Im Folgenden wird der Ablauf der Operation detailliert beschrieben.

Vorbereitung und Beratung

Vor dem eigentlichen Eingriff ist eine umfassende Beratung durch einen Urologen unerlässlich. In diesem Gespräch werden die Motivation des Patienten, die endgültige Natur der Sterilisation (obwohl eine Refertilisierung möglich ist, wird keine Garantie für eine wiederhergestellte Fruchtbarkeit gegeben) sowie mögliche Risiken und Komplikationen besprochen. Der Arzt klärt über den Ablauf, die Narkoseoptionen (meist örtliche Betäubung) und die Verhaltensregeln vor und nach der Operation auf. Der Patient muss sicher sein, dass seine Familienplanung abgeschlossen ist.

Der Ablauf der Vasektomie

Die Vasektomie wird meist unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) durchgeführt, kann aber auf Wunsch oder bei medizinischer Notwendigkeit auch in Vollnarkose erfolgen. Der Eingriff dauert in der Regel nur etwa 15 bis 30 Minuten.

  1. Betäubung

Zunächst wird der Bereich um den Hodensack desinfiziert. Anschliessend injiziert der Urologe ein Lokalanästhetikum in die Haut des Hodensacks und um die Samenleiter, um den Bereich schmerzunempfindlich zu machen. Während des Eingriffs selbst verspürt der Patient dann keine Schmerzen, höchstens ein leichtes Ziehen oder Druckgefühl.

  1. Zugang zu den Samenleitern

Es gibt grundsätzlich zwei gängige Techniken:

Konventionelle Methode – Der Arzt setzt einen oder zwei kleine Schnitte (ca. 1-2 cm) in die Haut des Hodensacks, um die darunter liegenden Samenleiter freizulegen.

Non-Skalpell-Vasektomie – Diese schonendere Methode verzichtet auf einen Skalpell Schnitt. Stattdessen wird die Haut mit einem speziellen Instrument vorsichtig gedehnt, bis der Samenleiter zugänglich ist.

  1. Unterbrechung der Samenleiter

Sobald die Samenleiter (Vas deferens) freigelegt sind, wird ein kleines Segment von etwa 2 bis 3 cm Länge entfernt. Die nun freien Enden werden dann auf verschiedene Weisen verschlossen, um ein erneutes Zusammenwachsen (Rekanalisation) zu verhindern. Dies geschieht typischerweise durch Abbinden mit sich auflösenden Fäden (Ligatur Technik), Veröden (Koagulation) und/oder die Einlage von Faszien Gewebe zwischen die Enden.

  1. Wundverschluss

Nach der Durchtrennung und Versiegelung der Samenleiter werden diese wieder in ihre natürliche Position im Hodensack zurückgeführt. Bei der konventionellen Methode wird die Hautwunde mit wenigen, sich selbst auflösenden Fäden oder einem kleinen Pflaster verschlossen. Bei der Non-Skalpell-Technik ist meist kein Faden oder nur ein einziger Stich nötig.

Nachsorge und Wirksamkeit

Der Eingriff ist minimal-invasiv, und die meisten Männer können die Praxis kurz darauf verlassen. Für die ersten Tage wird empfohlen, sich zu schonen, schwere körperliche Anstrengungen und Sport zu vermeiden und einen enganliegenden Slip zu tragen, um Schwellungen und Blutergüsse zu minimieren. Kühlkompressen können bei leichten Schmerzen oder Schwellungen helfen.

Die volle Wirksamkeit setzt nicht sofort ein. Im Ejakulat verbleiben zunächst noch Restbestände an Spermien, die sich oberhalb der Durchtrennungsstelle befanden. Daher muss das Paar bis zur Bestätigung der Sterilität weiterhin anderweitig verhüten. Etwa 8 bis 12 Wochen nach dem Eingriff und nach 15 bis 20 Ejakulationen wird eine Spermiogramm-Untersuchung des Samenergusses durchgeführt, um sicherzustellen, dass keine lebenden Spermien mehr vorhanden sind. Erst wenn die Samenflüssigkeit als „azoospermisch“ (spermienfrei) bestätigt wird, gilt die Vasektomie als erfolgreich. Die Erfolgsquote ist sehr hoch, der Pearl-Index liegt bei nur etwa 0.1%.

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Kategorisiert als Gesundheit

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